Johannes Pichl, der Ältere (ca. 1565 bis 1610)

Dass Johannes Pichl, der Ältere, ein Sohn des Nikolaus Pichl und der Bruder des Melchior Pichl ist, wird im Tiefenbacher Grundbuch mehrfach erwähnt, denn Johannes – oder Hannß Püchl, wie er im Grundbuch noch heißt – erhält vom Vater als Erbteil einen Hof. Aus Grundbuchangaben und Matriken kann man ableiten, dass es sich dabei um einen Zwei-Achtel-Hof handelt, dessen eine Hälfte nach Teilung später die Hausnummer Untertiefenbach 11 erhält. Der Hof wird als schuldenfrei und erblastfrei bezeichnet, als die Nachkommen ihn übernehmen. Dies wird von Johannes‘ Bruder Melchior Pichl auf dem Amt bestätigt.

Johannes Pichl hat somit zum Zeitpunkt der Hofübernahme keine weiteren Erben mehr auszuzahlen. Der besagte Hof gehört ihm zur Gänze. Wann Johannes Pichl – im Grundbuch Hannß Püchl genannt – sein Erbteil erhalten hat, ist nicht genau zu bestimmen. Da er um 1610 verstorben ist und zu dieser Zeit neun, teils noch minderjährige Kinder hinterließ, dürfte er den Hof aber bereits um 1590 vom Vater geerbt haben. Das Geburtsjahr 1565 wurde daraus abgeleitet und anhand der verwandtschaftlichen Verhältnisse geschätzt. Sicher ist, dass er vor Februar 1610 verstorben ist. Dann nämlich übernimmt sein ältester Sohn Johannes den Hof.

Nachkommen von Johann Pichl, dem Älteren

Den Sohn, der den Hof des Vaters erbt, nenne ich zur besseren Unterscheidung Johannes Pichl, den Jüngeren. Dieser Sohn heiratet um 1609 seine Braut Katharina Dietrich. , dazu muss er volljährig und somit mindestens im Jahr 1580 geboren sein. Das exakte Heiratsdatum ist nicht bekannt, doch das Untertiefenbacher Grundbuch gibt an, die mit Hans Pichl verheiratete Katharina Dietrich habe um 1605 bis 1609 von ihrem Bruder Lorenz Dietrich 21 Gulden als „Ausfertigung“, nämlich Erbteil und Heiratsgeld bzw. Mitgift, erhalten.

Die Namen der anderen acht Geschwister sind nur zum Teil bekannt. Genannt sind Christoph, Margaretha, Christina, Nikolaus und Martin. Von Letzterem weiß man, dass er die Heimat verlassen hat, denn er verzichtet im Jahr 1616 offiziell auf sein Erbteil und zieht „ins fremde land“. An anderer Stelle ist von einem Jungen namens Melchior Pichl die Rede, der in Schlaggenwald zur Lehre gegangen ist. Er könnte ein weiteres der Kinder des Johannes Pichl, dem Älteren, sein, die man nach dem Tod des Vaters auf Höfe und in die Lehre verteilt hat. Hierzu bedarf es jedoch noch weiterer Forschungen.

Quellenangaben:
Grundbuch für Tiefenbach (1606-1794), 41 ff. www.portafontium.eu
Matriken für Tiefenbach. www.portafontium.eu