Historisches Häuserbuch Neudorf 155 (vor 1805: 126)

Das Haus Neudorf 155 wurde ab 1784 von Johann Hetz erbaut. Es lag auf der südwestlichen Seite des Sees und trug vor der Hausnummerreform des Jahres 1805 die Nummer 126. Die folgenden Angaben zu Besitzverhältnissen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können im Verlauf weiterer Recherchen angepasst werden.

Besitzer von 1784 bis 1800: Johann Georg Hetz

Dem am 12 April 1732 als Sohn der Eheleute Matthias und Katharina Hetz geborenen Johann Georg Hetz – in Dokumenten oft auch nur Johann Hetz genannt – wird im Jahr 1784 eine Baustelle zugesprochen. Er erbaut darauf ein Haus, in das er mit seiner im August 1784 geheirateten zweiten Ehefrau Theresia Häring aus Sangerberg einzieht. Johann Georg Hetz ist zu diesem Zeitpunkt 52 Jahre alt.

Johann Georgs erste Ehefrau Eva Rosina war im Januar 1784 in seinem Elternhaus Neudorf 73 (vor 1805: 70) verstorben. Dieses Haus hatte Johann Georg 1754 von seinem Vater Matthias übernommen, jedoch im Jahr 1778 seinem Sohn Johann Hetz aus der ersten Ehe überschrieben.

Tatsächlich war zuerst nicht eindeutig erkennbar, ob Johann Georg Hetz aus dem Haus Neudorf 73 (vor 1805: 70) stammen könnte. Es war wahrscheinlich, da in dem Haus eine Familie dieses Namens seit etwa 1600 nachweisbar ist. Ausschlaggebend für die endgültige und gesicherte Zuordnung zu den Eltern Matthias und Katharina Hetz und damit zu Haus Neudorf 73 war dann zum einen die Angabe dieser Hausnummer im Sangerberger Heiratsmatrikel anlässlich seiner zweiten Heirat. Zum anderen diente der schließlich gefundene Taufeintrag als Beleg, in dem die Hausnummer ebenfalls vermerkt und der Nachname allerdings Hetsch geschrieben ist. Es sei hierzu angemerkt, dass der Nachname Hetz häufig auch Hötz oder Höss geschrieben wurde und dass eine Verbindung zur Familie Hess aus Tiefenbach nicht auszuschließen ist.

Besitzerin von 1800 bis 1811: Theresia Hetz

Nach dem Tod des Johann Hetz am 16 Januar 1800 erbt seine Frau Theresia das Haus. Theresias Nachname ist in den Taufeinträgen ihrer Kinder mit Stowasser angegeben. Die Heiratsmatrikel von Sangerberg geben jedoch Häring an.

Theresia Hetz behält das Haus bis zur Volljährigkeit und Verheiratung ihres am 2 Dezember 1788 geborenen Sohnes Johann Georg Hetz.

Besitzer von 1811 bis 1852: Johann Georg Hetz

Der Sohn Johann Georg Hetz (Taufname Johann Georg Adalbert Hetz) erbt schließlich am 2 Juni 1811 das von seinem Vater erbaute Haus. Der Schätzwert beträgt zu dieser Zeit 70 Gulden.

Johann Georg ist in erster Ehe mit Maria Anna Häring aus Neudorf 24 verheiratet. Nach deren Tod heiratet er erneut und schließt die zweite Ehe mit Rosalia Dipl (oder Diepl) aus Grün. Johann Georg Hetz ist Leinwandhändler von Beruf.

Besitzer von 1852 bis 1861: Adalbert Hetz

Am 1 Dezember 1852 – kurz nach seiner Heirat – kauft der am 28 November 1821 geborene Sohn Adalbert Hetz das Haus seines Vaters Johann Georg mit der Nummer Neudorf 155 gegen Zahlung von 320 Gulden. Adalbert Hetz ist mit Franziska Eckl verheiratet, seine Kinder werden im Haus geboren. Jedoch verkauft er das Haus bereits im Jahr 1861 aus bislang unbekannten Gründen an Karl Zuleger weiter.

Besitzer ab 1861: Karl Zuleger

Im Dezember 1861 gibt Adalbert Hetz das Haus Neudorf 155 an Karl Joseph Zuleger ab. Dieser zahlt 1.000 Gulden für das Haus, das inzwischen sichtlich an Wert zugenommen hat.

Karl Joseph Zuleger stammt laut Angaben in Matriken aus dem Haus Neudorf 61 und soll Bauer in Neudorf 43 sein. Nachgewiesen ist bislang, dass Karl Joseph Zuleger mit seiner Cousine Josepha Leokadia Zuleger verheiratet ist und dass sein Sohn Franz Xaver im Jahr 1865 in Neudorf 155 zur Welt kommt. Weitere Kinder des Paares werden in Neudorf 43 geboren, in der Besitzerliste des Hauses ist Karl Zuleger jedoch nicht angegeben.

Ob und wann Karl Zuleger das Haus 155 wieder abgibt und wer ab dieser Zeit bis in die 1920-er Jahre hinein das Haus besitzt, ist bislang nicht geklärt. Sicher ist nur, dass schon in den 1930-er Jahren eine Familie Faßmann als Hausbesitzer eine Rolle spielt.

Besitzer bis 1945: Karl Faßmann (=Karl Heller)

In der Liste der langjährigen Hausbesitzer, die in der Chronik veröffentlicht ist, ist ein Karl Heller als Hausbesitzer vermerkt. Hierbei handelt es sich um den durch spätere Ehe der Eltern legitimierten und am 6 Juli 1901 geborenen Karl Faßmann.

Karls Vater Franz Xaver wird zusammen mit seiner Frau Marie Heller bereits in den 1920-er Jahren als Taglöhner in Haus Neudorf 155 verzeichnet. In den 1930-er Jahren ist in Matriken angegeben, dass er dort als Porzellanmaler arbeitet. Von Karls Schwestern Anna, Amalia und Aloisia wissen wir, dass sie als Stubenmädchen und Hausgehilfinnen in Neudorf 155 arbeiteten. Karl selbst ist zeitweilig dort als Hausmeister beschäftigt.

Um 1933 gehört das Haus wohl schon der Familie, denn im Jahr 1933, als Karls Schwester Aloisia sich verehelicht, ist das Haus als Anschrift angegeben. Das exakte Datum der Hausübernahme ist bislang aber nicht geklärt.

Im Jahr 1945 ist Karl Faßmann (ill. Heller) dann jedoch definitiv als Eigentümer eingetragen. Von ihm stammt auch das folgende Gemälde des Hauses, das mir freundlicherweise von einer Verwandten für die Veröffentlichung überlassen wurde:

Haus Neudorf 155 (vor 1805: 126)

Quellenangaben:
1 ) Matrikel für Nova Ves (Neudorf), www.portafontium.eu
2) Chronik Neudorf, 1884-1936, 649.
3) Familienstammbäume: www.familienforschung-lugner.de